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30Tage Kunst 2014

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Zu Gast: Das Haus am Waldsee 

28.11.2015

Angst vor dem Beutenkäfer 

26.11.2015

Wissen auf Zeit III 

23.11.2015

HOME NOT SHELTER! 

20.11.2015

Gespräche über Ressentiments 

17.11.2015

IDZ Designdiskurs 

11.11.2015

Wissen auf Zeit II 

9.11.2015

JOHANN SEBASTIAN BACH: DIE KUNST DER FUGE 

1.11.2015

Wissen auf Zeit 

26.10.2015
Zu Gast: Das Haus am Waldsee

Samstag, 28. November 2015, 16 Uhr
Eintritt Frei

Das Haus am Waldsee präsentiert:

Simon Faithfull - A Journey Across Europe and Africa

Das Haus am Waldsee ist am Samstag, den 28. November von 16.00 bis 20.00 Uhr zu Gast im orangelab am Ernst-Reuter-Platz 2. Wir freuen uns, Sie aus diesem Anlass zu einem Screening mit neuen Videoarbeiten des britischen Künstlers Simon Faithfull (*1966) nach Charlottenburg einzuladen.

Neben seiner Lehrtätigkeit an der Slade School of Art in London sowie zahlreichen Aufträgen und internationalen Ausstellungsbeteiligungen, war ein erster Werküberblick von Simon Faithfull 2009/10 im Haus am Waldsee zu sehen. Seine Arbeiten zeichnen sich durch überwältigende Begegnungen zwischen den Naturgewalten und ihm selbst aus, wobei das Scheitern stets eine besondere und zugleich humorvolle Komponente darstellt. Faithfull lebt in Berlin und London.

Haus am Waldsee and orangelab are delighted to invite you to a screening of new video works by the British artist Simon Faithfull (b. 1966), on Saturday 28th November, 4 till 8pm, at Ernst-Reuter-Platz 2. As well as teaching at the Slade School of Art in London, Faithfull has received numerous commissions and international exhibitions and was the subject of a survey exhibition at Haus am Waldsee in 2009. In 2011 Faithfull’s work was then presented at Rohkunstbau.  Faithfull’s artworks are characterised by overwhelming encounters between the forces of nature and the artist himself in which failure often plays a central role, as well as humour.  Faithfull lives in Berlin and London.


Five works will be presented, all of which were created since 2009. These are:

 

0º00 Navigation Part II: A Journey Across Europe and Africa

80 digital photographs, 2015

EZY1899: Reenactment for a Future Scenario
HD video, 12min, 2012

REEF
HD video, 10min, 2012

Going Nowhere II
HD video, 6min 2011

0º00 Navigation Part I: A Journey Across England
55min, video and super8 transferred to DVD, 2009

 Die Bar ist ab 16 Uhr geöffnet.

Wir freuen uns sehr auf diese Sonderveranstaltung am Vorabend des ersten Advent in Charlottenburg.

The bar will be open from 4pm.

We are looking forward to seeing you at this event on the eve of the first Sunday of Advent in Charlottenburg.

 

Katja Blomberg             Hans Brückner

Haus am Waldsee        orangelab

Angst vor dem Beutenkäfer

Donnerstag, 26.11.2015 19:30 Uhr
5,--€

Der Beutenkäfer in Kalabrien: Die Bekämpfungsstrategie von Veterinärbehörden und Imkerverbänden, aktueller Stand, Situation der betroffenen Imker
Abendveranstaltung mit Francesco Artese, Präsident des kalabresischen Imkerverbandes FAI, als gemeinsame Veranstaltung der Armbruster Imkerschule und des Imkervereins Charlottenburg-Wilmersdorf.

Am 12. September 2014 meldeten die italienischen Behörden den Fund des Kleinen Beutenkäfers in Kalabrien. Damit war es amtlich, neben der Varroa-Milbe bedroht nun ein weiterer Parasit die heimischen Bienenbestände. Die Auswirkungen sind erheblich. Binnen nur weniger Wochen kann der ursprünglich in Afrika beheimatete Schädling ein Bienenvolk vernichten.
Das italienische Gesundheitsministerium reagierte schnell. Im Umkreis von 20 km um den ersten Befund wurden alle Bienenstände untersucht und als Folge mittlerweile mehr als 3000 Bienenvölker mit Beuten verbrannt.

Schon bald auch bei uns?

Ein Befall in Deutschland konnte zwar bislang noch nicht nachgewiesen werden, dass wir damit nicht auch noch zu tun bekommen, bedeutet das allerdings nicht. Um das Beutenkäferproblem schnellstmöglich in den Griff zu bekommen und eine weitere Ausbreitung des Schädlings in Europa zu verhindern, ist es unerlässlich die Erfahrungen der bislang betroffenen Länder zu kennen und daraus zu lernen.
Francesco Artese, Vorstand des kalabresischen Landesverbandes der FAI, liefert Informationen aus erster Hand. In seinem Vortrag  berichtet er über den Verlauf der Seuche, die Bekämpfungsstrategie und den momentanen Stand der Dinge in Italien. Und wer könnte das besser als er, der als erster Imker in Kalabrien von einer Standverbrennung betroffen war.

Termin: Donnerstag, 26. November 2015, 19.30 bis 22.30 Uhr
Ort: ORANGE LAB, Ernst-Reuter-Platz 2, 10 857 Berlin
Eintritt: 5 Euro

 

Wissen auf Zeit III

Montag, 23. November 2015, 18 Uhr
Eintritt Frei

Margarete Vöhringer

"Messen, beschleunigen, anhalten, zurückdrehen. Das Zeitmanagement der russischen Avantgarde"

 

Abstract

Die russische Avantgarde ist als Kunst der Vorhut bekannt. Nach der Oktoberrevolution war sie an dem großen Projekt des Aufbaus einer neuen Gesellschaft beteiligt. Dabei galt es, die Zukunft des ›Neuen Menschen‹ nicht nur zu propagieren, sondern auch herbeizuführen. So entstanden Fotografien, Gebäude, Filme und Plakate, die zum einen zeigten, was zu tun ist, und zum anderen versuchten, zu einer Beschleunigung des Fortschritts beizutragen. Hierzu bedienten sich die Künstler etablierter Verfahren aus den Wissenschaften: Menschen wurden ebenso vermessen wie Stadtpläne; Fotografien montierten Ereignisse und schienen sie damit anzuhalten und sichtbar zu machen, wie dies die Arbeitswissenschaften mit menschlichen Bewegungen vermochten; im Film liefen die Bilder vorwärts und rückwärts, Zeit schien völlig frei handhabbar, während in der Medizin Verjüngungsexperimente stattfanden, die versuchten, die physiologische Zeit tatsächlich zurückzudrehen. Der Vortrag wird zu zeigen versuchen, wie sich ein Verständnis von ›Zeit‹ in den 1920er Jahren durch den Austausch von Kunst und Physiologie formierte und inwiefern dieses für seine Zeit spezifische Wissen bis heute lehrreich sein kann.

CV

Margarete Vöhringer ist Leiterin des Forschungsbereichs »Visuelles Wissen« und des Projekts »Wissenspraktiken. Bilder in der Geschichte der Psychophysik und Psychotechnik« am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin. Sie studierte Kunstwissenschaft und Medientheorie sowie Philosophie und Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. In ihrer Forschung interessiert sie sich vor allem für die Wechselverhältnisse zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft, zwischen Theorie und Praxis sowie zwischen lokalen und globalen Wissensformen. Weitere Schwerpunkte sind die Praktiken und Materialien der Wissensentstehung, Kulturtechniken des Sehens sowie die Russische Avantgarde. Ausgewählte Publikationen: Avantgarde und Psychotechnik. Wissenschaft, Kunst und Technik der Wahrnehmungsexperimente in der frühen Sowjetunion (2007); Wissenschaft im Museum – Ausstellung im Labor (hg. gemeinsam mit Anke te Heesen, 2014); Das Auge im Labor. Zur Erforschung und Gestaltung eines Organs (in Vorbereitung).

 

Beschreibung

Wissen liegt nicht einfach so vor, sondern muss produziert, verfestigt und angeeignet werden. Mit der Generierung und dem Erwerb von (neuen) Kenntnissen ist der Wissensprozess aber keineswegs endgültig abgeschlossen. Wissensbestände und praktisches Know-how sind vielmehr nur vorübergehend gesichert und niemals unumstößlich etabliert. Sie können wieder in Vergessenheit geraten oder verlernt werden – ein Umstand, der negative wie positive Seiten hat.

So kann einmal erzeugtes oder erworbenes Wissen verloren gehen, weil seine Weitergabe nicht mehr gewährleistet ist (Experten verlassen das Land; die Folgegenerationen haben kein Interesse; die Medien der Wissensspeicherung zerfallen oder werden vernichtet; die politische Zensur blockiert die Erinnerung; usw.). Zudem können Wissensbestände sowie Erkenntnisse zurückgewiesen und so dem Vergessen preisgegeben werden (tradiertes Wissen veraltet; die Wissenschaft lehnt bestimmtes Wissen als falsch oder nicht haltbar ab; die Akademie schließt bestimmte künstlerische Praktiken oder Themen als unschön, unschicklich, veraltet oder nicht korrekt aus; usw.). Auch können Wissen, Fähigkeiten und Verfahrensweisen verlernt werden, etwa weil man die Praktiken nicht mehr ausübt, die zu ihrer ständigen Aktualisierung notwendig sind, oder weil die notwendigen körperlichen oder kognitiven Voraussetzungen hinfällig werden (Modernisierungsprozesse lassen tradiertes Materialwissen und künstlerische Techniken verschwinden; Krankheiten oder Unfälle ›löschen‹ erworbenes Wissen und Erfahrungen bzw. unterbrechen den Zugriff auf das einst Gewusste; usw.). Andererseits eröffnen Prozesse des Vergessens, der Überschreibung oder des ›Entlernens‹ neue Räume für (anderes) Wissen und Fertigkeiten.

Es existieren folglich unzählige Gründe dafür, dass bestehendes Wissen, ausgebildete Handfertigkeiten oder elaborierte Techniken nicht auf alle Ewigkeit verankert sind. Ihnen kommt eine Vorläufigkeit und Endlichkeit zu, und somit auch eine eigene Temporalität und Geschichtlichkeit. Stets haben wir es deshalb sowohl auf individueller als auch gesellschaftlicher Ebene mit einem Wissen auf Zeit zu tun. Die Ringvorlesung fokussiert demzufolge nicht auf die temporalen Aspekte der Erzeugung von Wissen oder die Konstituierung von Wissensbeständen. Stattdessen macht sie die Zeitlichkeit des Wissens selbst zum Thema, d.h. den Umstand, dass Wissen und Kenntnisse immerzu auch gepflegt, aktualisiert, angewandt, gespeichert, übermittelt, kurz: am Leben erhalten werden müssen.

Die Ursachen für die begrenzte Gültigkeit bzw. die Vergänglichkeit von Wissen sind vielfältig; und historische Beispiele für Vergessen und Verlernen sind nicht minder zahlreich. Zu fragen wäre hiervon ausgehend etwa, welche Strategien die Künste entwickelten, dem drohenden Verlust von Wissen entgegenzuwirken, und welche Rolle dabei Traditions-, Kanon- und Ausbildung spielten. Aus einer anderen Perspektive stellt sich zugleich die Frage, wie die Künste mit dem prekären und vorläufigen Charakter des Gewussten und Erlernten auf eine produktive Weise umgingen und welchen künstlerischen Nutzen sie daraus zu schlagen vermochten. So können etwa das gezielte Verlernen von habitualisiertem Körperwissen in der Kunstausbildung oder der Rückgriff auf verschüttetes bzw. abseitiges Wissen, überholte Systematiken und Ordnungen als alternative und schöpferische Zugangsweisen verstanden werden. Außerdem lässt sich darüber nachdenken, ob und inwiefern die Künste nicht selbst als Strategien zu verstehen sind, die ›offizielles‹ Wissen festigen, haltbar machen und legitimieren sollen. Nicht zuletzt gilt es grundsätzlich zu verstehen, was es für Individuen und Kulturen bedeutet, dass jedes Wissen stets vorläufig ist und seine Existenz und Relevanz nur auf Zeit beanspruchen kann.

 

Konzeption: Dr. Marcel Finke

 

 

HOME NOT SHELTER!

Freitag, 20. November 2015 ab 13 Uhr
Eintritt Frei

HOME NOT SHELTER!

Gemeinsam leben statt getrennt wohnen. Neue Wohnformen für Flüchtlinge und Studierende.

 

Ein Zuhause und nicht nur Unterkünfte für Geflüchtete und Zugewanderte zu schaffen ist die Aufgabenstellung im Projekt „HOME NOT SHELTER“ der TU Berlin, der TU Wien, der TU München, der Universität Hannover, der Jade Hochschule Oldenburg und der Hans Sauer Stiftung. Dahinter stehen Fragen nach der Verortung im urbanen Raum und nach den integrativen Potentialen neuer Wohnarchitekturen.

Die große Diversität der zugewanderten Menschen verlangt differenzierte architektonische Lösungen. Bewusst liegt der Fokus des Projekts auf einer speziellen Aufgabe: der Entwicklung neuer gemeinsamer Wohnformen für Flüchtlinge und Studierende. An fünf Standorten in Deutschland und Österreich werden sich über 100 Studierende mit der Raumfindung in der Stadt, mit Fragen der Verdichtung, Aufstockung und Umnutzung beschäftigen, genauso aber Antworten auf die Frage suchen, wie Architektur Räume interkulturellen Zusammenlebens und Lernens schaffen kann. Es gilt, Perspektiven jenseits der städtebaulich segregierten, architektonisch unwürdigen und sozial diskriminierenden Verwahrung von Flüchtlingen und Migranten in der „Zwischenstadt“ und lagerartigen (Erst-) Unterkünften zu eröffnen, Perspektiven auf ein gemeinsames Leben jenseits des getrennten Wohnens.

Bei einer Auftaktveranstaltung des Projekts im Oktober im Frankfurter Kunstverein und im Deutschen Architekturmuseum standen Traditionen und Formen studentischen Zusammenlebens sowie Ansätze gemeinschaftlichen Wohnens im Mittelpunkt. Das Folgetreffen am 20. und 21. November 2015 im orangelab in Berlin richtet den Blick auf architektonische Strategien, wie Integration durch Architektur befördert werden kann und auf das soziale und interkulturelle Miteinander in den Häusern. Dazu soll das Wissen und die Erfahrung von Flüchtlingsinitiativen, Kulturprojekten, aber auch Co-Working-Spaces, kollektiv betriebenen Werkstätten oder alternativen Wohnprojekten nutzbar gemacht und in die Entwurfsarbeit aufgenommen werden. Vom 20. bis 24. Februar 2016 werden die Projekte dann in Rahmen der „Social Design Elevation Days 2016“ in München einem breiten Publikum vorgestellt und gemeinsam mit Experten und Stakeholdern weiterentwickelt.

Zu den Teilnehmern gehören:

Ralf Pasel (TU Berlin),

Hans Drexler (Jade Hochschule Oldenburg),

Alexander Hagner (TU Wien),

Sophie Wolfrum (TU München),

Jörg Friedrich (Universität Hannover),

Philipp Misselwitz (TU Berlin),

Donnatella Fioretti (TU Berlin),

Joachim Schultz-Granberg (Münster School of Architecture),

Marina Döring-Williams (TU Wien),

Daniel Kerber (morethanshelters),

Florian Rücker (Kiron University)

u.a.m. Außerdem im Programm sind die Projekte „Kitchen on the Run“, „Kitchen Hub“, das Internationale JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische 27 sowie ein gemeinsamer Besuch der Ausstellung „Die Wohnungsfrage“ im Haus der Kulturen der Welt.

Am Abend des 20. November 2015 moderiert Ilka Ruby dann im orangelab (Ernst-Reuter-Platz 2) eine öffentliche Podiumsdiskussion mit

Jörg Friedrich,

Ralf Pasel,

Alexander Hagner und

Sophie Wolfrum.

Beginn ist 19.00 Uhr, die Veranstaltung ist kostenlos. Das Catering wird von „Love and Peace“ übernommen.

Gespräche über Ressentiments

Dienstag, 17. November 2015, 19 Uhr
Eintritt Frei

Zentrum für Antisemitismusforschung

Der Zuzug von Flüchtlingen aus Ländern des Nahen und Mittleren Ostens hat in den jüdischen Gemeinden und darüber hinaus Sorge über einen importierten Antisemitismus ausgelöst. Gleichzeitig gibt es europaweit auch von jüdischer Seite vielfältige Solidaritätsbekundungen und -aktionen, die sich bewusst auf die eigene Erfahrung berufen; in Deutschland besonders auf die Aufnahme der jüdischen Familien aus der Sowjetunion bzw. den GUS-Staaten zu Beginn der 1990er-Jahre.
Kurzum, die Gefühle und Einschätzungen in Bezug auf den Flüchtlingszuzug sind so ambivalent wie in der Gesellschaft insgesamt und doch auch besondere. Genau darüber, über Ähnlichkeiten und Unterschiede möchten wir sprechen — und: Was bleibt abzuwarten? Was ist zumutbar? Was muss, was kann jetzt schon getan werden?

Mit:

Stefanie Schüler-Springorum, Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA), diskutieren:
Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden a.D.
Alan Posener Journalist, Die Welt
Alina Gromova Ethnologin

 

IDZ Designdiskurs

Mittwoch, 11. November 2015, ab 18:30 Uhr
20,--€ für Gäste, 10,--€ für Studenten, IDZ-Mitglieder frei

User Experience Design

Von Produkten zu vernetzten Services

IDZ Designdiskurs im orangelab am 11. November 2015

 

Am Vorabend des World Usability Day lädt das IDZ zum diesjährigen Designdiskurs zum Thema User Experience Design ein. Gerhard Nüssler (Siemens), Verena Augustin (IXDS) und Lukas Golyszny (Service Innovation Labs) diskutieren neue Entwicklungen und Herausforderungen im Design im Zuge der Digitalisierung. Produkte werden zunehmend lernfähig und  bieten Zugang zu multiplen Funktionen und Services. Welche Anforderungen stellt die neue, vernetzte Produktwelt an das Design? Welche Möglichkeiten bietet sie? Wie schafft man eine gute User Experience? Wie können Unternehmen einen ganzheitlichen Entwicklungsprozess implementieren und durch nutzerzentriertes Design profitieren? Welcher Mehrwert entsteht für die Kunden? Über diese und weitere Fragen diskutieren die Podiumsgäste mit dem Designkritiker Lucas Verweij und teilen ihre Erfahrungen anhand exemplarischer Projekte. Im Anschluss an die Diskussion wird der Publikumspreis der UX Design Awards verliehen.

 

Hintergrund

Der IDZ Designdiskurs lädt Gäste und IDZ-Mitglieder zum fachlichen Austausch und Gespräch über designrelevante Fragen ein. Designer, Wissenschaftler und Unternehmer stellen ihre Positionen und Erfahrungen zu ausgewählten Themen vor und diskutieren diese gemeinsam mit dem Publikum. Der Designdiskurs ist eine öffentliche Abendveranstaltung und findet mehrmals jährlich im orangelab statt.

 

Termin
Mittwoch, 11. November 2015
Einlass ab 18:30 Uhr, Beginn 19:00 Uhr

Podium 

Gerhard Nüssler, Head of Global Design, Siemens

Verena Augustin, Studio Director, IXDS

Lukas Golyszny, Gründer und Managing Partner, Service Innovation Labs

 

Moderation

Lucas Verweij, Designkritiker ­und Dozent

Ort
orangelab

Ernst-Reuter-Platz 2, 10587 Berlin

Eintritt
Frei für Mitglieder des IDZ und Nominierte der UX Design Awards 2015

20 Euro für Gäste,10 Euro für Studierende und ALGII-Empfänger/-innen

Anmeldung
Verbindliche Anmeldung unter: http://www.idz.de/de/sites/2939.html
 

Wissen auf Zeit II

Montag, 09.11.2015 Beginn 18 Uhr
Eintritt Frei

Monika Domman (Zürich)

"Tape, Xerox, Typewriter: Warum wird Geschichte chic?"

Abstract:
Hermann Lübbe hat im Jahr 1982 die These vertreten, dass sich ein Musealisierungsprozess von Kultur beobachten lasse. Lübbe bezog sich dabei auf die Zunahme der Anzahl von Museen, seiner Angestellten, seiner Budgets und seiner Besucher seit dem Zweiten Weltkrieg. Aber nicht nur dies: Er beobachtete eine Konservierung ganzer historischer Landschaftsbilder und die Etablierung des Faches „Museologie“ als neue kulturwissenschaftliche Disziplin.

Zur selben Zeit als Ulrich Beck den Begriff der „reflexiven Moderne“ prägte, sprach Lübbe von „progressiver Musealisierung“ als Teil einer sich beschleunigenden Historisierung der öffentlichen Kultur. Lübbe vermutete die Gründe für diesen Prozess im Charakter des Museums als „Rettungsanstalt kultureller Reste aus Zerstörungsprozessen“.

Je grösser die Dynamik zivilisatorischer Prozesse, desto exzessiver fülle sie die jeweilige Gegenwart mit Relikten vergangener, ja jüngstvergangener kultureller Epochen an.

Im Vortrag wird diese These anhand von Tape, Xerox, Typewriter und ihrem Gebrach in der Geschichtsschreibung, der Kunst und der Medien diskutiert und dabei um die Frage erweitert: Warum wird Geschichte chic?

Beschreibung

Wissen liegt nicht einfach so vor, sondern muss produziert, verfestigt und angeeignet werden. Mit der Generierung und dem Erwerb von (neuen) Kenntnissen ist der Wissensprozess aber keineswegs endgültig abgeschlossen. Wissensbestände und praktisches Know-how sind vielmehr nur vorübergehend gesichert und niemals unumstößlich etabliert. Sie können wieder in Vergessenheit geraten oder verlernt werden – ein Umstand, der negative wie positive Seiten hat.

So kann einmal erzeugtes oder erworbenes Wissen verloren gehen, weil seine Weitergabe nicht mehr gewährleistet ist (Experten verlassen das Land; die Folgegenerationen haben kein Interesse; die Medien der Wissensspeicherung zerfallen oder werden vernichtet; die politische Zensur blockiert die Erinnerung; usw.). Zudem können Wissensbestände sowie Erkenntnisse zurückgewiesen und so dem Vergessen preisgegeben werden (tradiertes Wissen veraltet; die Wissenschaft lehnt bestimmtes Wissen als falsch oder nicht haltbar ab; die Akademie schließt bestimmte künstlerische Praktiken oder Themen als unschön, unschicklich, veraltet oder nicht korrekt aus; usw.). Auch können Wissen, Fähigkeiten und Verfahrensweisen verlernt werden, etwa weil man die Praktiken nicht mehr ausübt, die zu ihrer ständigen Aktualisierung notwendig sind, oder weil die notwendigen körperlichen oder kognitiven Voraussetzungen hinfällig werden (Modernisierungsprozesse lassen tradiertes Materialwissen und künstlerische Techniken verschwinden; Krankheiten oder Unfälle ›löschen‹ erworbenes Wissen und Erfahrungen bzw. unterbrechen den Zugriff auf das einst Gewusste; usw.). Andererseits eröffnen Prozesse des Vergessens, der Überschreibung oder des ›Entlernens‹ neue Räume für (anderes) Wissen und Fertigkeiten.

Es existieren folglich unzählige Gründe dafür, dass bestehendes Wissen, ausgebildete Handfertigkeiten oder elaborierte Techniken nicht auf alle Ewigkeit verankert sind. Ihnen kommt eine Vorläufigkeit und Endlichkeit zu, und somit auch eine eigene Temporalität und Geschichtlichkeit. Stets haben wir es deshalb sowohl auf individueller als auch gesellschaftlicher Ebene mit einem Wissen auf Zeit zu tun. Die Ringvorlesung fokussiert demzufolge nicht auf die temporalen Aspekte der Erzeugung von Wissen oder die Konstituierung von Wissensbeständen. Stattdessen macht sie die Zeitlichkeit des Wissens selbst zum Thema, d.h. den Umstand, dass Wissen und Kenntnisse immerzu auch gepflegt, aktualisiert, angewandt, gespeichert, übermittelt, kurz: am Leben erhalten werden müssen.

Die Ursachen für die begrenzte Gültigkeit bzw. die Vergänglichkeit von Wissen sind vielfältig; und historische Beispiele für Vergessen und Verlernen sind nicht minder zahlreich. Zu fragen wäre hiervon ausgehend etwa, welche Strategien die Künste entwickelten, dem drohenden Verlust von Wissen entgegenzuwirken, und welche Rolle dabei Traditions-, Kanon- und Ausbildung spielten. Aus einer anderen Perspektive stellt sich zugleich die Frage, wie die Künste mit dem prekären und vorläufigen Charakter des Gewussten und Erlernten auf eine produktive Weise umgingen und welchen künstlerischen Nutzen sie daraus zu schlagen vermochten. So können etwa das gezielte Verlernen von habitualisiertem Körperwissen in der Kunstausbildung oder der Rückgriff auf verschüttetes bzw. abseitiges Wissen, überholte Systematiken und Ordnungen als alternative und schöpferische Zugangsweisen verstanden werden. Außerdem lässt sich darüber nachdenken, ob und inwiefern die Künste nicht selbst als Strategien zu verstehen sind, die ›offizielles‹ Wissen festigen, haltbar machen und legitimieren sollen. Nicht zuletzt gilt es grundsätzlich zu verstehen, was es für Individuen und Kulturen bedeutet, dass jedes Wissen stets vorläufig ist und seine Existenz und Relevanz nur auf Zeit beanspruchen kann.

 

Konzeption: Dr. Marcel Finke

JOHANN SEBASTIAN BACH: DIE KUNST DER FUGE

1. November 2015, 22 Uhr
Eintritt 12,50€ / erm. 10,--€

JOHANN SEBASTIAN BACH:
DIE KUNST DER FUGE
Arrangiert für 10 Instrumente von Johannes Roloff

Die letzte Komposition J. S. Bachs besteht aus einer Reihe von Fugen und Kanons, die alle in d-moll stehen und ein und dasselbe Thema verarbeiten. Da Bach keine Angaben bezüglich der Instrumentierung gemacht hat, gibt es eine grosse Anzahl von Arrangements des Werkes für die unterschiedlichsten Ensembles.
Als ich 2013 das Musical „La Cage aux Folles“ für 2 Keyboards, Glockenspiel, Xylophon, Bass und Schlagzeug arrangierte, bekam ich schnell Lust, weiter die beträchtlichen klanglichen Möglichkeiten dieses Ensembles zu erforschen. Als Kontrast und zur Ergänzung nahm ich noch ein Streichquartett dazu. Mit dieser Besetzung ist es möglich, die teilweise sehr komplexen Strukturen der Komposition plastisch und transparent darzustellen und hörbar zu machen. Ich finde, der unkonventionelle Raum des ORANGELAB ist perfekt für die Präsentation dieses Experiments geeignet.
Johannes Roloff

Renate Loock, Judith Wolf             Violinen
Sara Rilling                                        Viola
Anna Carewe                                     Cello
Johannes Roloff, Steffen Scholz        Keyboards
Brigitte Haas, Christoph Grahl          Mallets
Jürgen Schäfer                                  E-Bass
Immo Hofmann                                 Drum Set

Wissen auf Zeit I

Montag, 26. Oktober 2015, 18 Uhr
Eintritt Frei

Ringvorlesung »Temporary Knowledge – Wissen auf Zeit« (WS 2015/16)

Karin Harrasser (Kunstuniversität Linz)

Monkey Business – Ant Trail. Die Zeitlichkeit situierten Wissens

Abstract:
Die Notwendigkeit der Situierung wissenschaftlicher Erkenntnis ergibt sich aus dem Erbe unserer Fächer. Als Resultat der nach innen und nach außen gerichteten Kolonisierungen hat ein Set von Erkenntnispraktiken zahlreiche andere Erkenntniswege verstellt und zerstört. ›Wissenschaft‹ mit ihrem Anspruch auf universale Gültigkeit ist – so Donna Haraway – ein »godtrick«, der lokale und eingebundene Wissensformen systematisch disqualifiziert oder absorbiert. Aber welche Zeitlichkeit hätte eine Erkenntnispraxis, die sich der Herausforderung ihrer eigenen (historischen) Situierung stellt? Der Vortrag wird den Fragen nachgehen, wie Geisteswissenschaft im Modus des Futur II aussehen könnte und warum eine solche Erkenntnispraxis weniger auf Erkenntnisverzicht als vielmehr auf eine Verlangsamung hinauslaufen würde. Eine Verlangsamung, die auch die aktuelle Verfasstheit akademischer Lehre und Forschung erfassen müsste.
CV:

Karin Harrasser ist Professorin für Kulturwissenschaft an der Kunstuniversität Linz. Nach einem Studium der Geschichte und Germanistik promovierte sie an der Universität Wien. Die Habilitation erfolgte an der Humboldt-Universität zu Berlin über Prothesen. Figuren einer lädierten Moderne. Neben ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten war sie zudem an verschiedenen kuratorischen Projekten beteiligt, z.B. NGBK Berlin, Kampnagel Hamburg, TQ Wien. Mit Elisabeth Timm gibt sie die Zeitschrift für Kulturwissenschaften heraus. Ausgewählte Publikationen: Körper 2.0. Über die technischeErweiterbarkeit des Menschen (2013); Prothesen. Figuren einer lädierten Moderne (2015/in Vorbereitung).

 

»Temporary Knowledge – Wissen auf Zeit«

Wissen liegt nicht einfach so vor, sondern muss produziert, verfestigt und angeeignet werden. Mit der Generierung und dem Erwerb von (neuen) Kenntnissen ist der Wissensprozess aber keineswegs endgültig abgeschlossen. Wissensbestände und praktisches Know-how sind vielmehr nur vorübergehend gesichert und niemals unumstößlich etabliert. Sie können wieder in Vergessenheit geraten oder verlernt werden – ein Umstand, der negative wie positive Seiten hat.

So kann einmal erzeugtes oder erworbenes Wissen verloren gehen, weil seine Weitergabe nicht mehr gewährleistet ist (Experten verlassen das Land; die Folgegenerationen haben kein Interesse; die Medien der Wissensspeicherung zerfallen oder werden vernichtet; die politische Zensur blockiert die Erinnerung; usw.). Zudem können Wissensbestände sowie Erkenntnisse zurückgewiesen und so dem Vergessen preisgegeben werden (tradiertes Wissen veraltet; die Wissenschaft lehnt bestimmtes Wissen als falsch oder nicht haltbar ab; die Akademie schließt bestimmte künstlerische Praktiken oder Themen als unschön, unschicklich, veraltet oder nicht korrekt aus; usw.). Auch können Wissen, Fähigkeiten und Verfahrensweisen verlernt werden, etwa weil man die Praktiken nicht mehr ausübt, die zu ihrer ständigen Aktualisierung notwendig sind, oder weil die notwendigen körperlichen oder kognitiven Voraussetzungen hinfällig werden (Modernisierungsprozesse lassen tradiertes Materialwissen und künstlerische Techniken verschwinden; Krankheiten oder Unfälle ›löschen‹ erworbenes Wissen und Erfahrungen bzw. unterbrechen den Zugriff auf das einst Gewusste; usw.). Andererseits eröffnen Prozesse des Vergessens, der Überschreibung oder des ›Entlernens‹ neue Räume für (anderes) Wissen und Fertigkeiten.

Es existieren folglich unzählige Gründe dafür, dass bestehendes Wissen, ausgebildete Handfertigkeiten oder elaborierte Techniken nicht auf alle Ewigkeit verankert sind. Ihnen kommt eine Vorläufigkeit und Endlichkeit zu, und somit auch eine eigene Temporalität und Geschichtlichkeit. Stets haben wir es deshalb sowohl auf individueller als auch gesellschaftlicher Ebene mit einem Wissen auf Zeit zu tun. Die Ringvorlesung fokussiert demzufolge nicht auf die temporalen Aspekte der Erzeugung von Wissen oder die Konstituierung von Wissensbeständen. Stattdessen macht sie die Zeitlichkeit des Wissens selbst zum Thema, d.h. den Umstand, dass Wissen und Kenntnisse immerzu auch gepflegt, aktualisiert, angewandt, gespeichert, übermittelt, kurz: am Leben erhalten werden müssen.

Die Ursachen für die begrenzte Gültigkeit bzw. die Vergänglichkeit von Wissen sind vielfältig; und historische Beispiele für Vergessen und Verlernen sind nicht minder zahlreich. Zu fragen wäre hiervon ausgehend etwa, welche Strategien die Künste entwickelten, dem drohenden Verlust von Wissen entgegenzuwirken, und welche Rolle dabei Traditions-, Kanon- und Ausbildung spielten. Aus einer anderen Perspektive stellt sich zugleich die Frage, wie die Künste mit dem prekären und vorläufigen Charakter des Gewussten und Erlernten auf eine produktive Weise umgingen und welchen künstlerischen Nutzen sie daraus zu schlagen vermochten. So können etwa das gezielte Verlernen von habitualisiertem Körperwissen in der Kunstausbildung oder der Rückgriff auf verschüttetes bzw. abseitiges Wissen, überholte Systematiken und Ordnungen als alternative und schöpferische Zugangsweisen verstanden werden. Außerdem lässt sich darüber nachdenken, ob und inwiefern die Künste nicht selbst als Strategien zu verstehen sind, die ›offizielles‹ Wissen festigen, haltbar machen und legitimieren sollen. Nicht zuletzt gilt es grundsätzlich zu verstehen, was es für Individuen und Kulturen bedeutet, dass jedes Wissen stets vorläufig ist und seine Existenz und Relevanz nur auf Zeit beanspruchen kann.